Konfliktmanagement


Umgang der Menschen mit der Einschränkung ihres Hundes



Es lohnt sich, erst einmal einen Blick auf die Hundehalter zu werfen und diese in zwei Hauptgruppen einzuteilen:

Gruppe 1:

Die Menschen, die sich bewusst für einen alten Hund oder einen Hund mit Handicap entschieden haben

Innerhalb dieser Hauptgruppe gibt es wieder Unterteilungen:

a) Die Menschen, die sich gut vorbereitet einen alten Hund oder einen Hund mit Handicap nach Hause holen

b) Die Menschen, deren Herz sich spontan für einen Hund entscheidet, egal welches Alter oder Handicap


Gruppe 2:

Die Menschen, die plötzlich und unvorbereitet mit der Behinderung ihres Hundes konfrontiert werden

Auch hier gibt es wieder Unterteilungen:

a) Die Menschen, die sofort versuchen sich zu informieren und alle Möglichkeiten ausschöpfen, um ihrem Hund zu helfen

b) Die Menschen, die direkt die Entscheidung treffen, dass ein solcher Umstand/Zustand für sie inakzeptabel ist


Die Hundehalter aus Gruppe 1 haben sich entweder schon im Vorfeld genauestens informiert und wissen, was auf sie zukommt, oder sie gehen strukturiert vor, wenn sie sich spontan für einen Hund mit Handicap entschieden haben.

Gemeinsam haben die Hundehalter aus Gruppe 1, dass sie einer Behinderung/Alter des Hundes positiv gegenüber stehen und offen sind.

Die Hundehalter aus Gruppe 2 stehen größtenteils emotional unter sehr hohem Druck. Sorge, Panik und Angst vor der Zukunft ihres Hundes lähmt viele zunächst.

Die Tatsache, dass aus jedem Hund zu jeder Zeit ein Handicap Hund werden kann, ist nicht Jedem bewusst. Es gibt so viele Situationen, in denen sich das Leben völlig ändern kann, sei es durch Unfälle oder Krankheiten.

Wenige Menschen machen sich darüber Gedanken, dass es auch Hunde mit Behinderungen gibt und reagieren auch zunächst dementsprechend.

Auch die Vorstellung, dass der eigene Hund zukünftig nur noch auf drei Beinen läuft, auf einen Rollwagen angewiesen ist, nie wieder im Leben sehen kann oder für immer ertaubt ist, lässt viele zweifeln, ob dies noch Lebensqualität für den Hund bedeuten kann.

Leider sind auch nicht alle Tierärzte eine große Hilfe, raten doch viele, den Hund von seinem ''Leiden'' zu erlösen. Das Umfeld reagiert häufig auch mit Unverständnis und verweigert dadurch die nötige seelische Unterstützung.

Das Internet bedeutet für viele ein Fluch, aber es kann auch ein großer Segen sein.

Gerade wenn man auf der Suche nach Informationen und Erfahrungen ist, zeigt sich das Internet mit seiner Informationsfülle als unentbehrliche Quelle.



Netzwerk für Hunde mit Handicap

www.behinderte-hunde.de



Wir waren vor vielen Jahren ebenfalls auf der Suche nach Gleichgesinnten und Erfahrungen und gründeten als Konsequenz das Forum, welches sich im Laufe der Jahre als wichtiger Treffpunkt zum Austausch entwickelte.

Wir sehen unsere Aufgabe nicht nur darin, Ratsuchenden mit Tipps und Erfahrungen zu helfen, sondern ihnen ebenfalls auch die so nötige seelische Unterstützung zu geben.

Das Gefühl, nicht alleine zu sein und auf Menschen zu treffen die Verständnis für die Sorgen aufbringen, ist sehr wichtig und stärkt das Selbstbewusstsein der betroffenen Halter.

Unsere Gemeinschaft wächst stetig und somit auch die Bandbreite der Erfahrungen. Nicht nur im Internet versuchen wir auf die Thematik ''Behinderter Hund'' hinzuweisen sondern auch auf Veranstaltungen, z.B. in Tierheimen/auf Messen/bei Hundeveranstaltungen und Seminaren.

Wir konnten feststellen, dass das Interesse und auch der Informationsbedarf sehr groß ist.

Auch in der Forumsgemeinschaft wächst stetig die Bereitschaft zum Engagement und wir sind heute nach etwas über 5 Jahren mit vier aktiven Gruppen (NRW, Süd, Nord und Berlin) als Netzwerk für Hunde mit Handicap unterwegs.

Unser persönlicher Eindruck ist, dass durch die vielen Auslandshunde, die teilweise schwer misshandelt wurden, das Bild eines behinderten Hundes nun langsam Einzug in die Köpfe der Menschen gehalten hat.